Betriebssicherheit für den Gießer, aber auch für die Schmelzofenanlage
und die gesamte Peripherie sowie höchste Verfügbarkeit sind unbedingte
Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Betrieb einer Schmelzofenanlage.
Heute sind Hochleistungsschmelzanlagen bis zu 24.000 kW in Betrieb
(leitungsstärkste Anlage in Deutschland mit 12.000 kW bei der Firma
SLR Eisenwerk Martinlamitz). Hier ist eine effektive Schmelzprozesssteuerung
ein unbedingtes Muss, um die sehr kurzen Schmelzzeiten, aber insbesondere
die extremen Überhitzungsleistungen, zu kontrollieren.
Gestiegene Energiekosten und komplexe Stromtarifverträge fordern den
Einsatz von Energiekontrollsystemen zur Optimierung des Energieverbrauchs.
Darüber hinaus werden die MF-Öfen von Inductotherm im Hinblick auf
niedrigste Verlustleistungen und somit niedrigsten Energieverbrauch konzipiert,
angefangen von speziellen Stromrichtertransformatoren mit geringen Verlusten,
über das Serienschwingkreis - Umrichterkonzept mit bestem Wirkungsgrad und einem
konstanten Leistungsfaktor cos phi > 0,96 (keine Zusatzkosten für Blindleistungskompensation)
bis hin zu den Kupferschienen und Stromkabel für die elektrische Verbindungen zwischen
Transformator und Umrichter, sowie Umrichter und Ofen.
Ca. 20% der gesamten elektrischen Leistung wird über das Kühlwasser abgeführt.
Der Einsatz von Trockenkühlern und geschlossenen Kühlkreisläufen bietet hier
eine wirtschaftliche Lösung (keine Wasserkosten, geringste Kosten für Wartung
und Instandhaltung). Um die Wärmeverluste, die besonders im Kühlkreislauf der
Öfen auftreten, nutzen zu können, wird im Rücklauf ein By-Pass eingebaut, der dei Anbindung
einer Wärmerückgewinnungsanlage ermöglicht, ohne nachträglich konstruktiv in den Kühlkreislauf
eingreifen zu müssen.
Ofenabsaughauben werden so konzipiert, dass sie die Emissionen auch bei
zinkhaltigem Schrott erfassen.
Die Absuaghauben sind hydraulisch betätigt und können sowohl einseitig,
als auch doppelseitig kippbar ausgeführt werden.
Der Ofendeckel ist in die Haube integriert und mit Feuerfestmaterial ausgekleidet.
Der robuste, geschlossene Inductotherm Stahlmantelofen wurde für höchste
Betriebssicherheit und maximalen Schutz der Spule gegen Metallspritzer
konstruiert. Höchste Lebensdauer für die Feuerfestauskleidung wird durch
das Spulenkonzept gewährleistet. Dies wurde noch weiter optimiert durch
die neuartige Spulenisolation Inductoflex.
Die hochgezogene aktive Stromspule gewährleistet eine gute Badbewegung für
das Korrigieren mit Zuschlagstoffen, Kohle, FeSi etc.
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Die Tiegelausdrückvorrichtung ist standardmäßig im Lieferumfang
des Inductotherm Stahlmantelofens eingeschlossen.
Diese Ausdrückzylinder sind heute erfolgreich bei Ofengrößen bis
zu 80 t (Einsatz bei der Firma Mecklenburger Metallguss in Waren).
Spulenprobleme, wie sie früher beim Ausbrechen der alten Feuerfestauskleidung
entstanden, sind heute passé.
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Die Modul-Bauweise der einzelnen Anlagenteile und deren komplette Überprüfung
im Lieferwerk ermöglichen kürzeste Aufbau-/Installationszeiten bis zur
Inbetriebnahme und zudem niedrigste Baukosten.
Schmelzprozesssteuerung, inkl. Gattierungsrechner ermöglichen eine gezielte
Analyse, Protokollierung und Steuerung des Gattierungsprozesses vom Schrottlagerplatz
bis zum Abguss. Kernstück des Gattierungssystems ist ein im Leitstand befindlicher Rechner,
der sich in ständigem Datenaustausch mit dem Schmelzprozessor, dem Spektrometer,
einem zentralen Server im Firmennetzwerk, der Kranwaage sowie je einer Textanzeige
und Plattformwaage für die Zuschlag- und Legierungsstoffzugabe befindet (siehe nachstehende Abb.).
Auf diesem Rechner werden die Rezepturen für die zu produzierenden Werkstoffe
erstellt und eine Folge von Rezepten für eine Tagesproduktion zusammengestellt.
Auf Wunsch kann die Rezepterstellung auch kostenoptimiert vom Rechner durchgeführt
werden. Basis für die Rezepterstellung bilden die Stammdaten für die Richtanalysen
sowie die Einsatz- und Zuschlagstoffe. Wahlweise können die zugehörigen Daten
(z. B. die prozentualen Anteile der einzelnen Legierungselemente) am Rechner selbst
eingegeben und verwaltet oder aber vom Server im Firmennetzwerk aus einem beliebigen
Datenbanksystem (SQL-Server, Oracle usw.) übernommen werden.
Beim Start einer Charge werden vom System die vorgesehenen Einsatzstoffmengen
und die zur Erzielung der Richtanalyse benötigten Zuschlagstoffmengen berechnet.
Die Menge des ersten Einsatzstoffes und eine eindeutige Kennziffer für diesen
Einsatzstoff werden auf einer vom Kranführer gut einsehbaren Großanzeige angezeigt.
Nachdem eine Teilmenge des Einsatzstoffes mit dem Kranmagneten in das Chargierfahrzeug
eingebracht ist, wird auf der Großanzeige oder dem Display sofort die noch
verbleibende Restmenge des Einsatzstoffes angezeigt. Ist ein Einsatzstoff
komplett eingebracht, wird die Menge des nächsten Einsatzstoffes angezeigt
und kann auf die gleiche Weise abgearbeitet werden. Zur Steuerung des gesamten
Gattierungsvorganges sind vom Kranführer nur die Tasten "Gewicht übernehmen"
und "nächster Einsatzstoff" zu betätigen.
Nach Einbringung der Einsatzstoffe werden die Zuschlagstoffe auf Basis der
tatsächlich dosierten Einsatzstoffmengen berechnet und auf einer Textanzeige
angezeigt. Dort kann der Bediener die einzelnen Zuschlagstoffmengen abrufen,
verwiegen und quittieren. Bei jeder Quittierung wird die tatsächlich auf der
Waage befindliche Menge des Zuschlagstoffes vom Rechner als Istwert übernommen.
Optional können die Einsatz- und Zuschlagstoffdosierung auch vollautomatisch
erfolgen. dann werden die benötigten Einsatzstoffmengen an die Krananlage
übermittelt und von dieser ohne manuelle Eingriffe aus den Bunkern in die
Chargierrinnen eingebracht. Das gleiche gilt für die Zuschlagstoffe. Die
erforderlichen Sollmengen werden an eine Dosiereinrichtung übertragen,
dort aus verschiedenen Zuschlagstoffbehältern verwogen und der jeweiligen
Chargierrinne zugegeben.
Analysenkorrektur
Nach dem Einbringen der Einsatz- und Zuschlagstoffe in die Chargierrinnen
bleibt das System aktiv und erfasst sämtliche während des weiteren Schmelzvorgangs
vom Spektrometer übertragene Analysen. Jede eintreffende Ist - Analyse wird mit
den Solldaten der aktuellen Richtanalyse verglichen und die benötigten
Legierungsstoffmengen unter Berücksichtigung des momentanen Ofeninhaltes
berechnet. Dabei kann auch, falls der Gehalt eines Elementes in der Schmelze
zu hoch liegt (z.B. Kohle oder Silizium), eine "Verdünnungsrechnung" auf
Basis einer Stahlschrottzugabe vorgenommen werden. Die berechneten Werte
werden auf der Textanzeige einer für die Legierungsstoffzugabe vorgesehenen
Waage angezeigt. Die Abarbeitung, Quittierung und Registrierung der einzelnen
Legierungsstoffe erfolgt wie bereits bei der Zuschlagstoffzugabe beschrieben.
Die Dosierung der Legierungsstoffe kann auch automatisch erfolgen.
Registrierung der Chargendaten
Neben den Spektralanalysen registriert das System auch sämtliche während
des Schmelzens durchgeführten Temperaturmessungen mit Datum, Uhrzeit.
Die Werte werden automatisch nach jeder Messung vom Schmelzprozessor über
die dafür vorgesehene Datenschnittstelle übertragen.
Am Ende des Aufschmelzvorganges erhält der Gattierungsrechner ebenfalls
die vom Schmelzprozessor während des gesamten Prozesses gesammelten Daten
(z.B. absoluter und spez. Energiebedarf, mittlere und maximale Leistungsaufnahme,
max. Temperatur, chargierte und abgegossene Menge usw.) und bindet diese in das
Chargenprotokoll ein. Die Chargenprotokolle (siehe Bild 3) werden als Textdatei
oder in einem beliebigen Datenbankformat auf dem zentralen Server im Firmennetzwerk
abgelegt und gedruckt.
Resumèe
- Vernünftige Anschaffungskosten
- Geringe Baukosten
- Geringster Energieverbrauch
- Höchste Verfügbarkeit
- Höchste Betriebs- und Prozesssicherheit
All dies zusammen gewährleistet einen wirtschaftlichen Schmelzbetrieb.